Donnerstag, 30.12.2010
Erwartet hohe Konzentration von Pfötchen-Jacken in schwedischem Möbelhaus
Duisburg. Äussere Umstände zwangen den Autor heute zum Möbel-Schweden. Aus der Not eine Tugend machend nutzte er die Gelegenheit für eine Feldstudie zur Ermittlung der Konzentration von Durchschnittsjackenträgern im Durchschnittsmöbelhaus. Das Ergebnis vorab: zwischen 10:38h und 11.38h konnten 33 Träger der beliebten wetterfesten Pfötchen-Jacken gezählt werden. Hochgerechnet bedeutet dies bei einer angenommenen Öffnungszeit von 12 Stunden, einen Ralf-und-Andrea-Tsunami von beinahe 400 Langweilern pro Tag und Laden.
"Der Parkplatz war voll aber der Grossteil der Herde schob sich vor dem Einkauf ein schwedisches Rentier-Frühstück in die zufriedenen Gesichter. Da sich der gemeine Anorak-Träger dazu von seiner Pfötchen-Uniform trennt, konnte dieser Teil nicht in der Zählung berücksichtigt werden", so der Autor und fügt hinzu: "aber auch in den Verkaufsgängen war die Zählung nicht immer leicht. Während einige mit ihrem atmungsaktiven Pfötchen-Anorak herumstolzieren, als sei es etwas völlig Normales, tragen andere ihre Kleingeist-Uniform mit den praktischen Taschen verschämt über den Arm, um sich den Zählungen zu entziehen. Auch die hohe Zahl von Jakub-Wolfpelz-Plagiaten erschwerte eine korrekte Analyse zusätzlich."
"Trotzdem konnten wir ein paar kapitale Exemplare in den Verkäufsräumen katalogisieren", heisst es in einer ersten Stellungnahme des Autors weiter, "kunterbunte Pfötchen-Jacken in Kombination mit Kinderhaarschnitt und einer stattlichen Rotzbremse sind ebenso gerne gesehen, wie schwarze Pfötchen-Anoraks zu Laber-Jeans und Halbschuhen." Inoffizielle Könige des Jakub-Wolfpelz-Schaulaufen der Einfachen sind laut vorläufigem Ergebnis der Studie diese Art von Erwachsenen, die ungeniert eine Kaputze an ihrem Anorak herum tragen, als habe Mutti ihnen was zum Anziehen rausgelegt, nachdem sie ihm gerade noch mit einem angespuckten Taschentuch die Essensreste aus den Mundwinkeln gewischt hat.
Montag, 06.12.2010
Meine Fresse - Ramones-T-Shirts bei Tchibo!!
Hamburg. Nach dem "Golf Bon Jovi" aus den 90er-Jahren nun der endlich nächste kommerzielle Knaller: der beliebte Kaffee-Kramladen Tchibo vertreibt seit Neuestem u.a. T-Shirts der Punk-Rock-Legenden Ramones. Zeugen berichten, dass Joey, Johnny und Dee Dee Ramone seit Verkaufsstart in ihren Gräbern rotieren.
"Ralph und Ingrid möchten auch mal das Gefühl haben, wild und böse zu sein. Das können sie jetzt mit einem Ramones-Shirt von Tchibo unter dem Anorak", so ein Sprecher der Kaffee-Bude und führt fort, "die Ramones standen schon immer für Gartenzwerge, Halbschuhe, Rotzbremsen und Geranien - eben allem, was einen Tchibo-Kunden ausmacht." Der echte Kerl braucht also in Mitteleuropa heutzutage neben seinem Kinder-Haarschnitt und dem unvermeidlichen Pfötchen-Anorak seit Tchibo jetzt auch ein Punk-Rock-Shirt.
Gerüchten zufolge planen angesichts des Erfolg des Kaffee-Rösters nun auch andere Unternehmen ihr Sortiment anzupassen. So plant IKEA, demnächst die Ess-Ecken-Kollektion "Morbid-Angel" in Eiche rustikal und Dr. Oetker bringt in Kürze den Vanille-Pudding "Phil Anselmo" in die Supermarkt-Regale.
"Wo ist die Grenze der Besonnenheit, wenn du einkaufst und John Lennon durch den Supermarkt hallt?" (Wolf Maahn)
Donnerstag, 01.07.2010
Popel-Knappheit in Südafrika
Pretoria. Spätestens seit Beginn der WM 2010 ist Joachim „Der Jogi" Löws Vorliebe für Popel weltbekannt. Erst gestern wurde er wieder in einem kleinen Restaurant in der Nähe von Pretoria gesichtet, als er sich ein leckeres Popel-Süppchen einverleibte. Was jedoch der Öffentlichkeit bislang verborgen blieb, sind die Nöte, in die Löws maßloser Popel-Hunger das WM-Gastgeberland bringt.
„Wir hatten keine Ahnung, der DFB hätte uns bei der Buchung warnen müssen", so ein verzweifelter Hotelangestellter des deutschen WM-Quartiers. Weiter heißt es: „Nach drei Tagen waren unsere Jahresvorräte aufgebraucht." Wenn der Bundestrainer jetzt morgens auf der Suche nach den kleinen proteinhaltigen Köstlichkeiten gierig durch das Frühstücks-Buffet pflügt, macht sich die Angst unter den Mitarbeitern breit. Unbestätigten Gerüchten zufolge wurde Löw schon dabei beobachtet, wie er seinem Co-Trainer Hans „Kleiner Hansi" Flick mit ungelenken Bewegungen die letzten Habseligkeiten aus dem Riechorgan raubte.
Der südafrikanische Verband hat inzwischen reagiert. Ganze Schulklassen wurden zum kollektiven Nasebohren in die Hauptstadt bestellt und Spitzen-Köche experimentieren in geheimen Labors mit Antilopen-Popeln, den sogenannten „Antilopeln". Insgeheim hofft man jedoch, dass die deutsche Mannschaft möglichst bald aus dem Turnier ausscheidet und nach Hause fährt. Während aus Deutschland der Vorschlag kam, Hartz IV - Empfänger zum Nasebohren ans Kap zu schicken, reagierten die Börsen mit einem drastischen Preisanstieg für Produkte wie Popel-Männchen und Instant-Popel.
Mittwoch, 30.06.2010
Interviewversuch mit Joseph Blatter zur Einführung technischer Hilfsmittel im Fussball
Genf. Wir treffen Fifa-Präsidenten Joseph "Der Sepp" Blatter in seinem Büro unter seinem Schreibtisch kauernd. Zum wiederholten Mal hatte heute Vormittag der "Zauberknochen" auf seinem Schreibtisch geklingelt und Blatter den Schrecken durch die Glieder fahren lassen. Als ihm dann aber das alte „Fräulein" Müller seinen 11-Uhr-Kaffee und eine Zigarette bringt, nimmt „Direktor" Blatter wieder in seinem alten Ledersessel platz und ist zu einem Interview über moderne technische Hilfsmittel im Fussball bereit.
„Nein, das ist alles Hokuspokus, den wir diesen verdammten Homo Sapiens zu verdanken haben", so Blatter und führt aus: „ich will diesen Zauber-Kram nicht, ich will gemütlich in meiner Höhle hocken und Steine lutschen." Versuche jüngerer Fifa-Mitarbeiter, den genialen Strategen mit einfachen Dingen der Moderne vertraut zu machen, scheiterten in der Vergangenheit kläglich. „Nein, unser Sepp schlürft die Suppe immer noch aus der hohlen Hand", so ein Kantinen-Mitarbeiter resigniert und „El Presidente" fällt ihm ins Wort: „Löffel, Torkamera, .. und übermorgen wollt ihr wahrscheinlich auch noch in die Lüfte aufsteigen wie die Vögel oder was?!"
Wir beenden das Interview vorzeitig, um den schweizer Avantgardisten nicht weiter unnötig in Rage zu versetzen. Wir verabschieden uns höflich und bezahlen den vereinbarten Preis, indem wir die beiden Ziegen an Blatters Schreibtisch binden und uns von unserer Praktikantin verabschieden. Auf die Frage nach einem abschließenden Foto werden wir dezent darauf hingewiesen, dass „Der Sepp nicht vorhat, uns seine Seele einfangen zu lassen."
Freitag, 25.05.2007
Jan Ullrich mit Auszeichnungen überhäuft - Zabel wird Hollywood-Star
Berlin. Nachdem Erik "Münchhausen" Zabel sich gestern zusammen mit seinen Kumpanen als Lügenmaul und Betrüger geoutet hat, strahlt der Stern des 97er Tour-Siegers Jan "Das Sams" Ullrich immer heller. "Sen-sa-tio-nell" ist nur eine Aussage, die versucht, die weltweite Begeisterung für den Saubermann des Radsports in Worte zu fassen. "Sen-sa-tio-nell", so kommentierte Papst Benedikt XVI die herausragende Leistung von Ullrich, der als Einziger des 90er-Jahre Teams des deutschen Vorzeige-Unternehmens Deutsche Telekom laut eigener Aussage nicht gedopt war, und erwägte öffentlich eine vorzeitige Heiligsprechung des "Pedal-Ritters ohne Fehl und Tadel".
Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel zieht Ullrich für die Vergabe des Bundesverdienstkreuzes in Betracht. Die Kanzlerin: "Ullrich war nicht nur immer schon der Erfolgreichste und der Knuddeligste dieser Telekom-Jungs in den knappen Höschen, nun wissen wir auch, dass er der Einzige war, der in diesem verdorbenen Haufen von Betrügern ehrlich geblieben ist und keine leistungssteigernden Mittel genommen hat. Alle Achtung!".
Unbestätigten Berichten zufolge soll die UNO beschlossen haben, Ullrich ausserdem zum "Sexiest Man Alive" zu wählen, der es geschafft hat, seinen einzigartigen Super-Body ohne Hilfsmittel zu formen. Darüber hinaus will die Weltgemeinschaft in der kommenden Woche mangels weiterer Auszeichnungsmöglichkeiten beschliessen, Prinzessin Diana den Titel "Königin der Herzen" und Schalke 04 den Titel "Die Uschis der Bundesliga" zu nehmen, um sie dem Vorzeige-Sportler und Edelmann Ullrich zu Füssen zu legen.
Neuesten Meldungen zufolge plant Hollywood, Erik Zabel aufgrund seiner herausragenden Schauspielkünste, die er in der gestrigen Pressekonferenz zum Besten gegeben hat, anstelle von Leonardo DiCaprio für die Fortsetzung des Kassenknüllers Titanic zu engagieren.
Donnerstag, 22.03.2007
Skandal: Richterin stellt Disney's Lustige Taschenbücher über das Grundgesetz
Berlin. Gross war die Empörung, als gestern bekannt wurde, dass eine berliner Richterin in einer spektakulären Entscheidung offenbar Disney's Lustige Taschenbücher über das Grundgesetz gestellt hat. Geklagt hatte eine gebürtige Entenhausenerin, die mit ihrem Mann seit gut 20 Jahren in Deutschland lebt.
Die Ehefrau warf ihrem Mann vor, "zuhause wie auf der Strasse ohne Beinkleider herum zu laufen". Sie schäme sich für ihren Mann und habe ihn jahrelang angefleht, sich eine Hose anzuziehen. Da sich dieser jedoch strikt weigere, sehe sie keine andere Lösung, als die Scheidung einzureichen.
Die Richterin lehnte den Scheidungsantrag ab mit der Begründung, dass das Herumlaufen ohne Hose in Entenhausen durchaus üblich sei, was anhand von Disney's Lustigen Taschenbüchern nachzuweisen sei. Vertreter der Anklage kündigten an, gegen die Richterin einen Antrag auf Befangenheit zu stellen.
Montag, 19.03.2007
Sensationeller Beitrag als Exempel für investigativen Polit-Journalismus
Hamburg. Spiegel Online berichtet aktuell und offenbar ernsthaft darüber, dass in irgendeinem Zoo in irgendeiner Stadt in irgendeiner Republik irgendein Eisbären-Baby mit dem Namen "Knut" auf irgendeine Welt gekommen ist. Damit nicht genug, informiert uns das ehemalige Polit-Magazin darüber hinaus, dass offenbar irgendjemand aus irgendeinem Grund die Meinung vertritt, das Tier zu keulen.
Die ganze Belanglosigkeit wird getoppt mit einem exlusiven Forum, in dem der geschätzte Spiegel-Leser eingeladen ist, seine Meinung kund zu tun, ob das Tier nun getötet werden soll oder nicht. Ausdrücklich nicht diskutiert wird dort das wie. Die Rubrik, in der die investigative Gazette diese brandheisse Story serviert lautet nicht etwa "Was sonst keinen interessiert" o.ä., sondern "Wissenschaft".
Beim Spiegel war zu erfahren, dass zur Zeit das Interesse und die Akzeptanz der Leser für derartig atemberaubende Artikel getest werden. Ein Sprecher zuversichtlich: "Wenn uns die Leser diesen Mist abnehmen, können wir endlich unsere lange geplante, eintausend Folgen lange Dokumentation über die Individualität des Hühner-Ei bringen!"
Samstag, 17.03.2007
Deppenknappheit bedroht Deutschland
Berlin. In einem Land mit einer gefühlten Arschlochquote von 95 Prozent eigentlich unvorstellbar und doch droht der Bundesrepublik nach Jahren der Talkshow-"Kultur" ein Engpass in Nachschub der debilen Mediengeilen. "Wir müssen den Tatsachen ins Auge schauen. Natürlich handelt es sich um eine nachwachsende Ressource aber wir müssen uns damit abfinden, dass die für das Fernsehen noch unverbrauchte Idioten-Dichte in Deutschland abnimmt", so ein Regierungssprecher.
Bürgerrechtler protestierten in den vergangenen Wochen landauf-, landabwärts und forderten eine Quotenregelung für "Deutschland sucht den Superstar". "Es geht nicht an, dass RTL mit seinen Massen-Castings die Decke der Vollidioten jedes Jahr über Gebühr ausdünnt, indem man jeden teilnehmenden Idioten in hunderten von Wiederholungen dem geifernden Publikum vorwirft und ihn damit abnutzt", so ein Sprecher und führt fort: "Tausende von potentiellen Gästen für Proleten-Shows gehen uns bei jeder Casting-Staffel verloren".
Auch der "World Wildlife Fund (WWF)" fordert seit Kurzem, die Spezies des Vollidioten auf die Liste der bedrohten Tierarten zu setzen. Ein Sprecher: "Klar nässt sich erst mal jeder ein und lacht sich kaputt, wenn ihm so ein Voll-Asi begegnet aber letztlich müssen wir uns alle klar machen, dass es sich dabei um eine aussterbende Spezies handelt". Unbestätigten Meldungen zufolge entwickeln Forscher auf direkte Anweisung der Bundesregierung an einer Pille, die die Gehirne von Normalsterblichen innerhalb von eineinhalb Stunden auf Erbsengrösse reduziert und so den Nachschub an Futter für nichtssagende Sendungen für nichtsdenkende Konsumenten sicherstellt.
Sonntag, 25.02.2007
Nach Rauch- nun auch Pupsverbot in öffentlichen Gebäuden und Gaststätten
Berlin. Nachdem die Bundesregierung gestern ein bundesweites Rauchverbot in Gaststätten auf den Weg gebracht hat, wurden heute neue Pläne bekannt, wie die Gesundheit Unbeteiligter künftig zu verteidigen sei. So wurde bekannt, dass ab April 2007 auch das Pupsen in allen öffentlichen Gebäuden sowie in Gaststätten verboten sein soll.
Zuwiderhandlungen gegen das künftige Pupsverbot sollen drastische Strafen nach sich ziehen. 1.000,- Euro kostet beispielsweise künftig ein "Lautloser" in einem öffentlichen Gebäude. Einzig dem Einfluss der mächtigen Pupser-Lobby ist es zu verdanken, dass es künftig Pupskabinen zum Beispiel an Bahnhöfen geben soll. Gaststättenbetreiber in Nordrhein-Westfalen haben zudem im Rahmen einer länderspezifischen Ausnahmeregelung die Möglichkeit, Ihre Betriebe zu Pupszonen zu erklären.
Kritiker bemängeln, dass man an Stelle von Verboten lieber auf Aufklärung setzen solle. So sei es sinnvoller, Jugendliche vor Pupswerbung in Kino und TV zu schützen und mittels einer eigenen Kampagne dem sich immer noch hartnäckig haltenden Bild entgegen zu treten, dass nur Pupser schön, sexy und erfolgreich sind. In einer gemeinsamen Erklärung wandte man sich auch an die Filmindustrie, endlich mit dem Klischee des coolen Pupsers in Actionfilmen aufzuräumen.
Samstag, 24.02.2007
Klimaforschung: Auch Jürgen Peters und Dieter Bohlen verunreinigen das Weltklima
Leverkusen/Berlin. Nachdem Wissenschaftler des Leverkusener Institut zur Erforschung der Effekte von Callis Verhalten an der Wurstbude auf das Weltklima (LIzEdEvCVadWadW) gestern die Auswirkungen kapitaler Bäuerchen auf die Erderwärmung herausgefunden haben (die aetzpostille berichtete), wurden heute weitere sentsationelle Erkenntnisse veröffentlicht. Einem Institutsprecher zufolge konnte jetzt nachgewiesen werden, dass auch "das Geseiere von Jürgen Peters einen nicht zu vernachlässigenden Effekt auf die kommende Klimakatastrophe hat".
Die Forscher schrecken die Öffentlichkeit damit auf, dass die mit den anstehenden Tarifverhandlungen verbundene zu erwartende Häufung der öffentlichen Auftritte von Jürgen Peters zu einer drastischen Beschleunigung der Erderwärmung beitragen werden. "Jedesmal wenn Herr Peters seine 'die da oben - wir da unten'-Reden schwingt, schmilzen die Polkappen ein bisschen schneller ab", so das Institut. Die Forscher raten daher den Arbeitgeberverbänden dringend, "den Forderungen des Herrn Peters rasch nachzugeben, so absurd sie auch sein mögen", um unnötige Umweltbelastungen zu vermeiden.
Unbestätigt blieben bislang Meldungen, dass auch das wiederholte Ausstrahlen von sogenannten "Sendeformaten" wie "Deutschland sucht den Superstar", "Big Brother" oder "You can dance" sich negativ auf das Klima auswirken. "Wenn wir unseren Kindern eine halbwegs funktionierende Welt hinterlassen wollen, sollten wir das dauerhafte Ausstrahlen des "dieterbohlischen Grinsens" auf Privatsendern überdenken" so eine bislang noch unveröffentlichte Studie.